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| | Written by: "Filmblätter" vom Februar 1968 (Heft 23) – Kapitel "Technik in den Filmblättern" | Date: 22.07.2026 | Wenn ein Film, der 1939 gedreht wurde, heute ein glanzvolles Comeback erlebt, so ist das gewiss ein kleines Wunder für sich. Als großes Wunder aber empfindet man es, wenn sich dieser Film – nun fast 30 Jahre alt – in modernstem Gewand, im Breitwand-Format (ähnlich dem von CinemaScope) und stereofonem Ton präsentiert, wie jetzt der Metro-Goldwyn-Mayer-Film "Vom Winde verweht". Allerdings hatten die Techniker, die dieses `Wunder´ fabrizierten, auch Schwierigkeiten über Schwierigkeiten, die weniger im Prinzip der Umkopierungs-Methode als vielmehr in Abnutzungserscheinungen, Schrumpfungen etc. lagen, zu überwinden.
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Die Herstellung eines hochqualifizierten Farb-Dupnegativs hing vor allem von der passer-genauen Registrierung von drei Originalnegativen ab, da der Film "Vom Winde verweht" seinerzeit nach der alten Farbfilm-Methode (Technicolor) aufgenommen worden war, d. h., drei getrennte Schwarzweiß-Negative werden hinter ihren jeweiligen roten, grünen und blauen Filtern gleichzeitig belichtet. Die Wiederverwendung dieser drei verschiedenen Negative war natürlich aufs äußerste erschwert durch Schrumpfung, durch Perforations-schäden und Flickstellen, da diese Fehler die Genauigkeit der Übereinstimmung beein-trächtigten.
Um die derart, man möchte fast sagen: entstellten Negative wieder verwendungsfähig zu machen, wurde in den MGM-Laboratorien die "Metro-Methode" entwickelt. Ausgehend von Erfahrungen mit der sogenannten Nass-Kopiertechnik, die bereits für die Kopien-herstellung von "Doktor Schiwago" perfektioniert worden war, wurde eine Kopieranlage geschaffen, die auf die verschiedensten Schrumpfungsgrade einstellbar ist. Außerdem entwickelte man ein Verfahren zur Korrektur von Szenen, in denen sich schwere Verschie-bungen zeigen.
Auf einem eigens dafür umkonstruierten Lichtton-Kopiergerät wurden dann die Original-3-Streifen Nitratnegative (in der Fachwelt als "YCMs" bezeichnet) zusammengefasst. Zunächst stellte man davon ein 35mm-Eastman-Interpositiv her und zwar unter Anwendung der Nass-Kopiertechnik, um Schrammen, Oberflächenkörnung usw. auszuschalten. In diesem Stadium besteht noch das alte Seitenverhältnis 1:1,37 des Normalfilm-Bildes. | More in 70mm reading:
Converting "Gone With The Wind" from 35mm. Negative to vastly enlarged scope of new presentation in 70mm and stereophonic sound a tremendous technical achievement
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"GONE WITH THE WIND" printed to 70mm with the Metro Method
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| Vergrössern Und Verkleinern | | Für die Neufassung des Films wurde ein 35mm-Projektor mit einer beweglichen Maske im Bildfenster entwickelt. Diese Maske gibt für die Projektion ein Bildfeld im genauen Seiten-verhältnis des 70mm-Films (1:2,2) frei, wobei dieses Seitenverhältnis stets gleichbleibt, in welcher Position die variable Maske auch benutzt wird. Insgesamt neun Auf-und-ab-Posi-tionen stehen für die Wahl des Bildschirmausschnittes zur Verfügung. Außerdem können diese Varianten entweder bei geschlossener Blende fest eingestellt oder aber – mit zwei verschiedenen Schnelligkeitsgraden – motorisch erzielt werden.
Mit der letztgenannten Einstellmöglichkeit lässt sich das Auf- und Abschwenken einer Kamera in der jeweiligen Szene simulieren. Die vielfältigen Manipulations-Möglichkeiten gestatten es, die Übertragung der Bilder auf ihr neues Format unter weitgehender Berück-sichtigung der dramaturgischen Belange, also des Bildinhalts, formalen Aufbaus und des jeweiligen Szenenzusammenhangs, vorzunehmen. Anders gesagt: abgeschnittene Köpfe zu vermeiden, den Ausschnitt in die handlungswichtige Bildpartie zu legen etc. | | Elektronische Steuerung | | Während der Vorführung der Arbeitskopien wurden vom Operateur genauste Aufzeich-nungen angefertigt. Diese enthielten sowohl die exakte Fußzahl und die Bildeinstellung wie auch die Angaben für die jeweiligen Positionen der Maske – und selbstverständlich auch darüber, ob die Maske bei geschlossenem Blendenzirkel oder durch langsamere oder schnellere Bewegung eingestellt werden sollte.
Diese Informationen wurden unter Verwendung eines Binärkodes auf ein Kontrollband aufgenommen, das in einer speziell dafür konstruierten Kopiermaschine dann die eigentliche Umkopierung steuerte. Das vorgefertigte 35mm-Interpositiv wird in diesem Stadium auf ein 65mm-Negativ vergrößert, wobei alle Bewegungen der Maske jetzt automatisch durch die Bewegung der Linse des Kopiergerätes wiederholt werden. Die Linse bewegt sich auf und ab, um die Positionen, die in dem obenerwähnten Projektor mit Hilfe der variablen Maske vorbestimmt wurden, genau zu reproduzieren.
Das so gewonnene 65mm-Negativ dient dazu, auf 70mm-Farbrohmaterial farbkorrigierte Kontaktkopien herzustellen. Dafür wird eine Kopiermaschine verwendet, die den Licht-Tonwert von Szene zu Szene wechselt und derart den Farbausgleich bewirkt. Diese Kopiermaschine wird dabei durch ein Band gesteuert, das die genauen Belichtungsangaben enthält. Auf die so angefertigten Kopien werden dann die Magnetstreifen aufgetragen, auf die nun schließlich der Ton überspielt werden kann. | | Der Ton | | Die Umstellung des ursprünglichen Ein-Band-Lichttons auf sechskanaligen Stereo-Magnet-ton bot allerdings fast ebenso viel Schwierigkeiten wie die Umwandlung des Bildes. Obwohl das Lichttonband in den vergangenen Jahrzehnten wieder und wieder erneuert worden war, wies es doch Kratzer, Störgeräusche und Schmutz auf. Durch elektronische Verfahren gelang es, die Störungen weitgehend auszuschalten. Diesem Verfahren entsprechend müsste das Ergebnis eigentlich satt "Stereoton", "elektronisch gesteuert für Stereo-Reproduktion" heißen.
Die Sensation aber, die diese Neubelebung eines der beliebtesten Filme überhaupt bedeutet, dürfte all die vielen technischen Mühen rechtfertigen. Und die Kosten – allein die Herstel-lung des neuen Negativs erforderte 250.000 Dollar – werden sich sicher amortisieren.
Bleibt die Frage: Werden weitere Filme in diesem – bei den Arbeiten für "Vom Winde verweht" nun zur Reife entwickelten – Verfahren umkopiert und in moderner Version zugänglich gemacht werden? Oder bleibt die "Vergrößerung durch Verkleinerung" ein sensationeller Einzelfall? Immerhin – ein Film dürfte auf diese Weise davor bewahrt sein, in der Filmgeschichte `vom Winde verweht´ zu werden. (W. Olf)
Quelle: Das Fachmagazin "Filmblätter" vom Februar 1968 (Heft 23) – Kapitel "Technik in den Filmblättern". | | | | | | | |  • Go to Mit Der Metro-Methode: "Vom Winde Verweht" Auf 70mm Umkopiert • Go to The Metro Method: "GONE WITH THE WIND" printed to 70mm | | Go: back - top - back issues - news index Updated 22-07-26 | |
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